"Was droben ist, habt im Sinn, nicht das auf Erden."

Kol 3,2

Wir ziehen zur Mutter der Gnaden
- erst recht!

"Wir ziehen zur Mutter der Gnaden,..." auch unter besonderen Umständen, oder erst recht?!

Gut gelaunt traf sich auch heuer in altbewährter Tradition eine kleine Schar von Wallfahrern am frühen Morgen am Eingang der Tormäuer zum gemeinsamen Sich-auf-den-Weg-machen Richtung Mariazell. Coronabedingt in drei Gruppen aufgeteilt, pilgerten wir - alle persönlichen Anliegen, unseren DANK, verschiedenste Bitten und viele Menschen im Herzen tragend - durch die Ötscher-Tormäuer zu unserer himmlischen Mutter.

Papst Johannes Paul II., der im Mai 100 Jahre alt geworden wäre, betonte einmal, dass es für Christen eine besondere Form der Reise gäbe, nämlich den Entschluss, Wallfahrtswegen zu folgen. Wallfahrtswege verstand er dabei als Wege, auf denen man Gott entgegengehen möchte. Genauso machten wir uns auf, um Jesus in der gemeinsamen Hl. Messe am Mariazeller Gnadenaltar zu empfangen und den besonderen Segen seiner Mutter zu erbitten.

Papst Johannes Paul II. fügte noch hinzu, dass es gut sei," dass das christliche Volk irgendwie physisch erfahren kann, dass es auf dieser Erde keine feste Stätte hat, dass es aufbrechen und sich frei machen kann, um das, "was droben ist" (Kol 3,1) zu suchen." (Papst Johannes Paul II)

Ein wesentlicher Gedanke in Zeiten von Corona!



Wallfahrtslied

Wir ziehen zur Mutter der Gnade
zu ihrem hochheilgen Bild
o lenke der Wanderer Pfade
und segne, Maria, sie mild
damit wir das Herz dir erfeuen
uns selber im Geiste erneuen
Wir ziehen zur Mutter der Gnade
zu ihrem hochheiligen Bild

Wo immer auf Wegen und Stegen
auch wandelt der Pilgernden Fuß
da rufen wir allen entgegen:
Maria, Maria, zum Gruß!
Und höret ihr unsere Grüße
dann preiset Maria, die Süße
Wir ziehen zur Mutter der Gnade
zu ihrem hochheiligen Bild

Mit Kummer und Schulden beladen
mit gläubig vertrauendem Sinn
so ziehn wir zum Bilde der Gnaden
die Pfade der Buße dahin
O führe Maria die Blinden
damit sie zum Himmel hin finden
Wir ziehen zur Mutter der Gnade
zu ihrem hochheiligen Bild

Und was wir ersehnen hienieden
erflehten am heiligen Ort
die Freude, den seligen Frieden
verleihe den Armen doch dort
damit sie zur Ruhe gelangen
die müd sich auf Erden gegangen
Wir ziehen zur Mutter der Gnade
zu ihrem hochheiligen Bild

Wir schwören, o Mutter, auf´s neue
mit kindlich ergebenem Sinn
dir ewige Liebe und Treue
nimm unsere Herzen du hin!
Maria, dir einstens zu Füßen
wir wollen dich selig begrüßen
Wir ziehen zur Mutter der Gnade
zu ihrem hochheiligen Bild

Text: G. Görres (1840)
Musik: P. A. Zwyssig (um 1850)