"Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld."

Röm 8,25

Ermutigung zur Nachfolge
Den Glauben leben, um ihn zu stärken

Auch Bischof DDr. Klaus Küng ermutigte seine Zuhörer, den eigenen Glauben zu stärken, indem wir unser Leben christlich gestalten: Den Glauben leben, um ihn zu stärken! Tolle Botschaft!
Bischof Klaus zeigte auf, dass es gilt, einen starken Glauben als ein starkes Zeichen der Entchristlichung unserer Welt entgegen zu setzen. Die Entchristlichung sei die logische Folge des Verlustes des Glaubens. So entstehe eine neue Religion ohne Gott. Papst Franziskus habe dies klar aufgezeigt: Im Subjektivismus in seiner radikalen Form wird der Mensch selbst zu Gott. Hedonismus sei praktischer Materialismus. Und im Relativismus werden Glaube und Gebote relativiert.
So benötigen Kirche und Gesellschaft heute nichts dringender als Hoffnungsträger des Glaubens. Der Glaube wiederum braucht Nahrung und Hilfe: das Streben nach Heiligkeit im Gebet, Betrachtung, Feier der Liturgie, im Bemühen um christliches Leben sowie der Bildung des Gewissens. So wird auch die Gefahr des Aktivismus gebannt: Der Glaube ist zu allererst persönliche Begegnung mit Christus.

Christsein = Glaube und Nachfolge
Den Schlusspunkt setzte Pfr. Sebastian Bucher mit dem Thema "Umkehr und Umkehrweg" sowie dem Feuerwehr-Notruf Joh 1,12! Um Kind Gottes zu werden, müssen wir Christus aufnehmen. Doch wie? Als Möglichkeiten kennen wir den Weg der Vernunft und den Weg der inneren Vereinigung.
Die Reinigung des Herzens geht dabei nur durch Trostlosigkeit: Trockenheit als eine Chance, weg von sich und hin zu Gott, hin zum DU zu gehen. Der Rohdiamant wird nur im Schliff zum Edeldiamant. Im Christsein geht es vorrangig nicht um das ICH und das eigene gute Gefühl, sondern um Gott und den Anderen. Gott übernimmt die Regie und Er führt. Je stärker die Treue im Gebet, desto stärker wird das Gebet und umso mehr wachsen die Früchte des Geistes auf das DU hin. Der Glaube gewinnt an Tiefe und wird krisensicher.
Die zweite Bekehrung besteht dann im ganzen JA zum Willen Gottes, einem öffentlichen JA. Es ist das JA zur Lebensübergabe als gnadenhaftes Geschenk Gottes an den berufenen Menschen. Und Gott erhält die Erlaubnis zur Gestaltung. Je näher wir Gott sind, desto sensibler wird unser Herz, desto mehr können wir unsere Verletzlichkeit zulassen. Haben wir dann auch den Mut, die verschlossene Truhe im Keller unseres Herzens zu öffnen? Herr, öffne mir diese Truhe, auch wenn es weh tut. Ein Kind, das nicht wächst bleibt zeitlebens ein kleiner Zwerg.
Ein konkreter Tipp zum Abschluss von Pfr. Bucher: Macht euch feste Gebetszeiten, sie sind eine große Hilfe! Den Esel muss man zuweilen anbinden.

Aufbruch - Der nächste Schritt hin zu Gott und den Nächsten
Außerhalb der Vorträge blieb in der Gemeinschaft natürlich Zeit für Arbeiten an Haus und Hof, sowie für geistliche Lektüre. In weiteren Vorträgen konnten noch aktuelle Themen vertieft werden, beispielsweise "Die Familie im Islam" oder auch "Pränataldiagnostik". Zum Fest der heiligen drei Könige legte eine erwachsene Pfadfinderin im Schneetreiben noch ihr RS ab: Der Rangeraufbruch ist die bewusste Erneuerung des Pfadfinderversprechens und steht für die Bereitschaft, jeden Tag immer wieder neu aufzubrechen, um Christus, dem Stern des Lebens, zu folgen. Da konnte es doch im Fackelschein und unterm Spiel der Schneeflocken kein schöneres Fest geben.

Resümee: Glaube lebendig gestalten - hoffnungsvoll einem segensreichen Jahr 2021 entgegensehen und in Freude die Liebe leben!