"Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben."

Joh 13, 34

Full house -
bei den geistlichen Urlaubstagen

Interessante Referenten, spontane Diskussionsthemen und ein volles Haus - so lassen sich die diesjährigen Urlaubstage in Kleinwolfstein beschreiben. Warum eigentlich Urlaubstage?

Urlaub für Kopf, Herz und Hand - so stand´s in der Einladung. Man kann´s auch folgendermaßen beschreiben: Raus aus dem Alltag, Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, Interessantes zum Nachdenken, Bereden und Diskutieren, viel Gutes für die Seele und dazu noch ein wenig Kunst und Kultur.

Die Berufung der Laienchristen
Christine Weber - Lehrbeauftragte im Studiengang Sozialpädagogik und Management - referierte am ersten Tag über den Auftrag an jeden Christen, Christus in der Welt durch Glauben und Leben berühr- und erfahrbar zu machen. Ihr gelang es, das dritte Pfadfinderprinzip (Missionsauftrag) mit Worten von José-Maria Escrivá weiter auszuführen. Ein unauffälliges Mehr an unauffälligen Diensten - so beschrieb sie beispielsweise liebevollen Dienst im Alltag. Und: Autentisch gelebtes Apostolat zeigt sich im stimmigen Zusammenspiel von Glaube und Person.

Sagt öfter: Komm mit!
Bischof Klaus Küng nahm - unabgesprochen, aber sicher geführt vom Heiligen Geist - am nächsten Tag den Ball auf: Ausgehend vom Weihnachtsgeheimnis rief er in Erinnerung, dass Gott ganz Mensch und seine Liebe so für den Menschen erfahrbar geworden sei: in der Kirche, durch seine Wunder, in der Hl. Eucharistie. Gott wird auch heute sichtbar durch Menschen, die ihn in Liebe erwarten und wirklich aufnehmen.

Gelebten Glauben beschrieb Bischof Küng als ein Gott-Begegnen in der Hl. Eucharistie, im Wort der Hl. Schrift und in der liebevollen Haltung gegenüber unseren Nächsten.

Mit ner halben Geschichte kommst nicht weiter. - so Bischof Küng. An erster Stelle stehe die Hinwendung zu Gott, dann die regelmäßige Umkehr, geistliche Begleitung und das Dranbleiben an geistlichen Themen. So wird die innere Freude immer mehr wachsen können.

Lieben lernen - so könne man die Berufung des Christen auch beschreiben: den Blick von sich weg, hin auf Christus und den Mitmenschen richten. Darin lässt sich die Wirksamkeit eines Christen in der Vergegenwärtigung Christi in seinem Leben erkennen, nicht in äußerem Aktionismus.
Nehmen wir diese unsere Verantwortung wahr? Haben wir ein Aug und Ohr für den anderen?
Sorgen wir für andere? Auch geistlich?

"Sagt ruhig viel öfter: "Du, komm mit!" - Es ist unsere Verantwortung, die Sorge Jesus weiter zu tragen, Menschen anzusprechen, einzuladen, Familien, die Jugend!
Geht von euch aus auf andere zu. Immer mit Respekt vor der Freiheit der Anderen, aber auch mit dem Mut zur inneren Freiheit und mit Mut, eigene Grenzen zu sprengen. Habt den Mut, mal ein Wort zu sagen, Wesentliches anzusprechen. Was kann schon passieren. Es kann höchstens daneben gehen."
schmunzelt Bischof Küng.

Erziehung zur Liebe
Uschi Waismayer rundete die drei Tage mit ihrem kurzweiligen Vortragsstil und einem sehr interessanten und nachdenkenswertem Thema ab: Liebesfähig werden - so definierte sie die Zielsetzung von Sexualerziehung in der Familie. Wenn sich da nicht der Kreis schließt?

DANKE an alle!




Die Wahrheit wird euch frei machen!
Als Anregung hier noch ein Gedanke inkl. Buchtipp aus dem Vortrag "Was andere über mich denken, darf mich nicht mehr lenken..."

Ihr könnt nur dann in Freiheit den Einsprechungen der Gnade antworten, wenn eure eigene Wahrheit sich in Klarheit zeigt, wenn ihr sie demütig annehmt und wenn, von ihr ausgehend, ihr im Gespräch mit Gott verbleibt, indem ihr euch bewusst macht, dass alles, was euch widerfahren ist und was noch mit euch geschieht, einem liebenden Plan der Vorsehung dessen entspricht, der euer Vater im Himmel ist.

(...) Es scheint mir für jeden Christen äußerst wichtig, dass er entdeckt, auch in den ungünstigsten äußeren Umständen in sich selbst einen Raum der Freiheit zu besitzen, den niemand ihm entreißen kann, weil Gott dessen Ursprung und Bürge ist. Der Mensch erwirbt sich diese Freiheit genau in dem Maß, wie Glaube, Hoffnung und Liebe in ihm erstarken.


Aus: Die innere Freiheit, Jacques Philippe