So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Abbild schuf er ihn, als Mann und Frau erschuf er sie.

Genesis 1,27

Der partnerschaftliche Weg
NER - natürliche Empf�ngnisregelung

Wer denkt, NER sei veraltet, verstaubt und überholt, der t�uscht sich. Prof. R�tzer und sein Institut für Nat�rliche Empf�ngnisregelung (INER) haben nach über 50 Jahren Forschung mit Tausenden von Paaren über die Auswertung von Zyklen eine wissenschaftliche Grundlage geschaffen, auf der es möglich ist, die Abl�ufe im Zyklus einer Frau genau zu beobachten, aufzuzeichnen und entsprechend zu interpretieren. Eine Einf�hrung und Ausbildung in die Sprache des eigenen K�rpers bietet der NER-Kurs. Bischofsvikar Dr. Helmut Prader vom Institut für Ehe und Familie der Diözese St. P�lten hatte schon l�nger das Ziel verfolgt, einen derartigen Kurs in Kleinwolfstein anzubieten. Nun war es so weit.

Zur Veranstaltung, die mit Zertifikat abgeschlossen werden konnte, fand sich eine Gruppe von 24 jungen Frauen ein. Dr. Prader frischte im ersten Schritt das Wissen um die biologischen Vorg�nge im Zyklus der Frau auf. Ziel dabei war, über das Lesen und Verstehen der Vorg�nge im eigenen K�rper die verschiedenen Phasen des Eisprungs, der Befruchtung, der Einnistung des Kindes in die Geb�rmutter etc. zu erkennen und entsprechend fruchtbare und unfruchtbare Tage der Frau zu identifizieren. Entsprechend kann dann in der Partnerschaft Geschlechtsverkehr stattfinden oder enthaltsam gelebt werden.

Dr. Prader stellte dazu - hier nur kurz zusammengefasst - folgende Schritte vor:

  1. Höhepunkt der Cervix-Schleim-Qualit�t erkennen
  2. Darauf folgende erste h�here Temperaturmessung markieren
  3. Sechs Tage zurückzählen und davon die h�chste Temperaturmessung als Basislinie festlegen
  4. Um sicher unfruchtbare Zeit identifizieren zu können, m�ssen nun mindestens drei h�here Temperatur- messungen nach dem SchleimHöhepunkt sein.
  5. Wenn die 3. h�here Messung einen bestimmten Wert über der Basislinie liegt, dann darf am Abend dieser dritten Messung sicher unfruchtbare Zeit angenommen werden.

  6. N�here Infos dazu: R�tzer, Josef: Nat�rliche Empf�ngnisregelung. Der partnerschaftliche Weg.


Wer Bischofsvikar Dr. Prader kennt, weiß, dass es bei seinen Vorträgen jedoch nicht immer bierernst zugeht. Ein gewisser Höhepunkt seiner Komik war dabei sicher die Vorstellung einer "Zentrifuge", um nach der Temperaturmessung das Thermometer wieder herunter zu schlagen: "Nehmt einfach eine Socke ohne Loch. Und dann wird geschleudert!"

Der partnerschaftliche Weg
Wer nun den Eindruck erhielt, die beiden Tagen w�ren nur sehr biologisch, medizinisch oder sogar technisch ausgerichtet gewesen, der sei eines Besseren belehrt: Großen Wert legte Pfr. Prader darauf, dass NER den partnerschaftlichen Weg einer Beziehung beschreibe und natürlich auch der Mann in Verantwortung genommen werden m�sse. Als eine Möglichkeit nannte er beispielsweise einen ganz offenen Austausch zwischen Mann und Frau, bei dem die Frau die Messungen ihrem Mann mitteile und dann der Mann die Eintragungen in die Tabelle vornehme und entsprechend auswerte.

Tabellenf�hrung als Kommunikationsanlass
Da gerade für den Bereich Sexualit�t uns Menschen oft die Worte fehlen, bietet die Tabellenauswertung einen ganz konkreten Anlass, um entsprechend der beobachteten Symptome auch auf tieferliegende Themen der gegenseitigen Beziehung zu sprechen zu kommen.
Der Zyklus einer Frau ist oft Spiegebild ihres Wohlbefindens oder auch ihres Nicht-Wohlbefindens. Ausl�ser und Ursachen hierfür können ganz unterschiedlicher Art sein: Belastungen physischer und psychischer Art, Beziehungsprobleme, unausgewogener Lebensstil, ... Vieles, über das man sonst vielleicht nur schwer sprechen kann, aber doch das psychische Wohlbefinden beeinflusst, drückt sich im Zyklus aus.

Sich selbst kennen
Die Abl�ufe im eigenen Zyklus im Blick zu haben und damit auch dessen Phasen voraussagen zu können, entlastet die Frau im Alltag. Beispielsweise ist jede Frau in ihrer Temperaturtieflage vor dem Eisprung wesentlich leistungsf�higer und kreativer als in der Hochlage. Bedingt durch die Hormonumstellung und die Vorbereitung auf die Menstruation wird für die Frau in der Zeit der Hochlage alles m�hsamer. Sie reagiert sensibler, interepretiert dramatischer und neigt zu negativen Grundstimmungen. Zitat Dr. Prader: "Der Krieg in Syrien und der K�hlschrank. wenn ich da nur reinschaue..." Jede der anwesenden Frauen wusste, wovon er sprach.
Als Konsequenz dazu empfahl Dr. Prader: "Informiert euer Umfeld und warnt es vor. Das entlastet und entspannt. Ebenso k�nnt ihr ggf. vorausblickend eure Arbeitseinteilung entsprechend gestalten."

Alles in allem: sehr konkret, sehr hilfreich und sehr kurzweilig. Vergelt's Gott, Herr Pfarrer!