"Kann denn eine Frau ihr Kind vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde, ich vergesse dich nicht."

Jes 49,15

"Mach' ma's zu zweit!"
Refraiming der Kinder Gottes

Der Heilige betrachtet die Größe Gottes und entdeckt, was es bedeutet, IHN zum Vater zu haben.
So führte der erste Referent, Dr. Robert Weber, in das Thema ein.. Anfang Jänner ist in Kleinwolfstein Urlaubstage-Zeit: Das alte Jahr liegt hinter uns und man will - mal wieder - im kommenden Jahr alles besser angehen. Ein beachtlicher aber auch herausfordernder Entschluss. Wie lässt sich nun so ein fast utopischer Vorsatz, alles besser machen zu wollen, konkretisieren? Ein paar Streiflichter aus den Vorträgen der Geistlichen Urlaubstage in Kleinwolfstein können dabei vielleicht helfen:

Ich bin Kind Gottes.
Eine bekannte Formulierung, doch ist uns die Realität dieser Tatsache schon einmal wirklich bewusstgeworden? Dr. Weber (Regionalvikar im Opus Dei) versuchte, uns in seinem Vortrag die Großartigkeit der Gotteskindschaft aufzuzeigen: Haben wir wirklich verstanden, was sie bedeutet? Im eigentlichen ist sie eine überragende Zusage Gottes und sie kann viel in unserem Leben verändern: Gott in SEINER Größe hat Gedanken an uns. In seiner Sorge für das ganze Universum denkt ER an uns. Zitat Dr. Weber: "Gott kann nur auf eins zählen. Vor ihm zählt immer das Individuum."
Wir sind geboren worden, um von Gott geliebt zu werden. So dürfen wir trotz all unserer Unvollkommenheiten und unserer unausgeschöpften oder auch verschütteten Potentiale erhobenen Hauptes leben. Die eigene Identität abzulehnen würde bedeuten, den Traum Gottes nicht leben zu wollen.
"Ich bin Kind Gottes". Und als dieses Kind arbeiten wir "im väterlichen Betrieb". Gott ist unser Vater. Basta. Er wird jederzeit und überall einen Blick auf uns haben. Vielleicht nicht immer so, wie wir es uns wünschen, doch er lenkt´s zum Guten. Ein Kind Gottes braucht keine Angst vor dem Leben und keine Angst vor dem Tod zu haben. Wir können tief durchatmen und befreit loslegen: "Packen wir´s zu zweit an. Mach´ ma´s zu zweit!" .so der Appell des Referenten.

In einem weiteren Aspekt, der "kontemplativen Brüderlichkeit", berief sich Dr. Weber auf Papst Franziskus: Es gilt, auch im anderen Menschen das Kind Gottes zu sehen. So entkommen wir der Gleichgültigkeit gegenüber dem Anderen und können als versöhnte Menschen, als Kinder Gottes, gemeinsam leben.

Zum Abschluss nahmen die Zuhörer noch den Gedanken des 24/7-Apostel-Sein mit in den Abend: Es gilt, jede Situation als eine Chance des Himmels zu sehen. Man könnte dazu auch sagen, "Lasst uns im Reframing der Kinder Gottes leben!" Beim Blick auf Probleme, Widerstände und Unannehmlichkeiten wechseln wir die Perspektive und sehen alles, was geschieht, als eine Möglichkeit, wieder neu im Vertrauen unserer Gotteskisndschaft zu leben und als eine Hilfe, IHM näher zu kommen, also heilig zu werden.

Es war wirklich ein Impuls zum nachdenklichen und zugleich ein sehr tröstlicher Einstieg ins Jahr 2022!