"Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort."

Ps 130,5

Krise und Seelenhygiene -
Nutzen wir die Chance!

Kürzlich las man beim Publizisten F. Honekamp einen interessanten Gedanken. Der Autor beschrieb dabei seine aktuellen Beobachtungen bezüglich der Zusammenhänge von äußerem und innerem Geschehen: In der Corona-Krise haben wir alle gelernt, wie man gesund bleibt: 20 Sekunden lang Händewaschen; nicht ins Gesicht fassen; Maske auf in öffentlichen Räumen, vor allem auch beim Einkaufen; körperliche Nähe meiden. Erstaunlich, wie schnell diese Verhaltensmaßnamen zur Gewohnheit werden.
Weitreichendere Konsequenzen als die Hygiene­maßnahmen hatten die Konsequenzen des Lockdowns: hier waren sowohl unsere sozialen Kontakte als auch die Möglichkeiten der Glaubensausübung (über viele Wochen keine hl. Messen, kein Empfang der Eucharistie, Beichten nur unter Auflagen) drastisch eingeschränkt, sowie auch wirtschaftlich unkalkulierbare Folgen in Kauf genommen worden. Die Welt hat sich geändert - und wir ändern uns mit ihr?

Hier gilt es sehr aufmerksam und achtsam zu sein, bei sich selbst und mit Anderen. Zweifel, Sorgen, Ängste lähmen unsere Seele, unsere Gedanken, unsere Aktivität. Glauben wir, dass es Gott gibt und er uns in allen Situationen fest im Arm hält? Glauben wir, dass ER bei allen alltäglichen Sorgen an unserer Seite steht?

Gerade jetzt!

Umso wichtiger ist es, gerade jetzt die Nähe zu Jesus Christus zu suchen, sich nicht nur die Hände zu waschen und eine Schutzmaske zu tragen, sondern auch Seelenhygiene zu betreiben. Das tägliche Gebet gehört in Zeiten wie diesen ausgebaut, gerade dann, wenn der Tagesablauf und Gebetszeiten neu festgelegt werden müssen. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, sein Leben ganz in Jesu Hände zu legen.

Die Krise verschwindet damit nicht, der Virus geht dadurch nicht weg, aber meine Beziehung mit Jesus kann ich auch und vor allem unter widrigen Bedingungen pflegen. Und das auf eine Weise, dass es nicht nur ein Gebet in der Not ist, sondern ein echtes Gespräch, ein Austausch mit ihm über das Leben. Was man dafür braucht ist Zeit.

Aber wenn wir am Tag die Zeit finden, mehrere Minuten die Hände zu waschen, dann werden wir sicher auch die Zeit finden, neben unseren normalen Gebeten, kurze Pausen mit Gott einzurichten.

Nun denn - nutzen wir die Chance!