Der Herr ist wirklich auferstanden

Lk 24,34

Ostergrüße

Stellen wir uns die Situation der Jünger Jesu zwischen Gründonnerstag und Karsamstag vor: alles bricht zusammen, völlige Unsicherheit, Angst, Drohungen, Infragestellen des bisherigen Weges, Verlassenheit, Verleugnung, den Boden unter den Füßen weggezogen, innere Spannung zwischen Verzweiflung und Hoffnung... Und dann kommt der Ostermorgen: Erlösung, Erleichterung, Klarheit, Freude und Jubel über die Wahrheit der Auferstehung und eine neue Perspektive für das Leben. Ein Leben auf der Grundlage des Glaubens, ein Leben mit dem Blick auf die Übernatur, in der jede Hoffnung ihre Ursache hat, ein Leben für den Himmel. Diese Gewissheit ist für uns Christen die Grundlage unseres Glaubens!

Christus ist wahrhaft auferstanden, alleluja!
Von ganzem Herzen wünschen wir euch allen die Freude und den Jubel über die Auferstehung Jesu und über unsere Erlösung!
"Der Glaube der Christen ist die Auferstehung Christi", sagt der hl. Augustinus. Alle glauben, dass Jesus "gestorben" ist, auch Heiden und Agnostiker. Aber nur Christen glauben, dass er auch tatsächlich "auferstanden" ist. Dies ist unser Glaube und unsere Hoffnung. Der hl. Paulus schreibt: "Wenn du mit deinem Mund bekennst: 'Jesus ist der Herr' und in deinem Herzen glaubst: 'Gott hat ihn von den Toten auferweckt', so wirst du gerettet werden" (Röm 10,9).

Das Osterfest sollte wieder einmal Anlass sein, uns Antworten auf die wichtigsten Fragen im Leben zu geben: Wofür lebe ich? Worum dreht sich mein Leben? Wer steht im Mittelpunkt meines Lebens? Was ist das Ziel meines Lebens? Bleibe ich bei mir stehen oder richte ich meinen Blick und mein Leben auf Christus aus? ER ist Anfang und Ende, ER ist die Auferstehung und das Leben, ER soll in der Mitte meines Lebens stehen, IHN möchte ich im Herzen tragen!

In allen Dingen Gott finden
Aus der Spiritualität des Hl. Ignatius lernen wir, hinter allen Dingen und Erlebnissen im Leben, Gott zu suchen und seine Botschaft an uns zu verstehen. Damit gewinnt das Leben an Tiefe, wir gehen von unserer subjektiven Sicht weg und versuchen den Willen Gottes hinter den Fügungen des Lebens zu suchen und zu finden. Wir haben uns daher in den vergangenen Wochen nicht nur einmal ganz ernsthaft die Frage gestellt, welchen Sinn es denn haben könnte, dass eine Gemeinschaft plötzlich von Null auf Hundert und rund um die Uhr mit einem Thema - wie berichtet - konfrontiert wird, das mit der Verkündigung des Glaubens und mit dem Apostolat auf den ersten Blick nicht annähernd etwas zu tun hat. Was hat sich der liebe Gott denn wohl dabei gedacht? Wir werden es sicher erst in der Ewigkeit ganz verstehen. Doch unserem Blick eröffnen sich allmählich schon jetzt Erklärungen: nicht nur dass wir wieder einmal erproben und erfahren durften, welche Zuversicht doch Glaube und Gebet uns schenken können! Besonders augenfällig sind für uns die vielen Begegnungen, die wir machen durften: Begegnungen, die uns sicher prägen und in denen wir Erfahrungen über uns selbst machen konnten, Begegnungen, die Versöhnung brachten, wo sie nicht möglich schien, Begegnungen, die Vertrauen aufbauten und Gemeinschaft ermöglichten, Begegnungen, die ganz anders verliefen, als erwünscht und doch eine Botschaft Gottes hinterließen, Begegnungen, die zeigten, wie unterschiedlichste Menschen zusammenfinden, wenn sie einander in Offenheit begegnen, Begegnungen, die eine gegenseitige Bereicherung waren und Begegnungen, die zu echten Freundschaften wurden. So können wir mit etwas Abstand zur Windkraft (wie doppeldeutig!) ganz ehrlich bestätigen: In allem was geschieht, wirkt der Herr. Alles ist seine Fügung und ER hat mit allem seinen ganz eigenen Plan. IHN suchen, IHN finden. Deo gratias!

Euch allen ein gesegnetes OSTERFEST! Eure Ancillae Domini