Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.

Mt 13,45

Natürlichkeit, Aufrichtigkeit, Freude...
Die Sommermonate 2014

"... das sind unentbehrliche Voraussetzungen für einen Apostel, um Menschen anzuziehen!" Josefmaria Escriva über den sel. Alvaro del Portillo

Die christliche Freude, von der Escriva spricht, gründet nicht in einer kurzzeitigen Hochstimmung oder in oberflächlichen Vergnügungen, sondern in dem tiefen Vertrauen darauf, dass Gott jeden einzelnen von uns absolut bedingungslos liebt und uns nahe sein möchte. Es ist dies die Freude, die über das viele Leid in der Welt nicht hinweg, sondern darüber hinaus sieht. Es ist die Freude, die im Kreuz Jesu Christi, in der liebenden Hingabe Gottes an die Menschen wurzelt. Es ist eine Freude, die die vielen Unannehmlichkeiten und Prüfungen des Lebens mit Liebe, Wohlwollen und Hingabe auf sich nimmt, weil sie ihren Ursprung und ihr Ziel kennt: Gott! Wir sind immer geneigt, uns von den Sorgen des Alltags die Freude rauben zu lassen. Sorgt euch nicht... heißt es im Evangelium. Je größer die Aufgaben, desto größer die Sorgen? Nun, es liegt an uns, immer wieder die Ausrichtung zu korrigieren, weniger auf uns und mehr auf unseren Herrn zu bauen und IHM zu vertrauen. Dieses Vertrauen ist es auch, dass uns immer wieder Mut zu neuen Aufgaben gibt.

Halbjahres-Rückblick Nach einem ereignisreichen Sommer wollen wir euch nun einen kleinen Einblick in das vergangene halbe Jahr geben. Wir sind sehr dankbar für alle Lager und Fahrten, für die unterschiedlichen Aktivitäten, für alle Begegnungen und Besuche. So durften wir auf ganz unterschiedliche Weise immer wieder das Vertrauen auf Gottes Hilfe erfahren und aufs Neue über seine Fügungen staunen. Von Maria Taferl bis Mariazell, von Panholz bis zur Öhlsitzmühle, von Süditalien ins Heiligen Land, von der Normandie über die Kreuzeckgruppe in Kärnten bis hin nach Sibirien und zurück über den Ural... In den vergangenen Sommermonaten legten die Mitglieder der Gemeinschaft mit Freunden, Kindern und Jugendlichen so einige tausend Kilometer zu Fuß, per Floß, Auto, Flugzeug und Zug zurück. Der Terminkalender war gut gefüllt. Hier einige Einblicke:

Wallfahrt nach Mariazell - Aus gegebenem Anlass ließ sich dafür sogar der eine oder andere Nachbar gewinnen, der selbst nie daran geglaubt hätte, mal eine solche Wallfahrt zu unternehmen... Und weil am Hof gern gefeiert wird, folgte direkt darauf ein großes Nachbarschaftsfest, inklusive der Silberhochzeitsfeier von Familie Wirth. Es war ein rundum gelungener Tag, begonnen mit der Festmesse in unserer Kapelle, der Eheerneuerung von zwei Ehepaaren aus unserem Freundeskreis, anschließendem Grillen und Beisammensitzen zum Plaudern mit Gästen aus Nah und Fern. Auch die mittlerweile schon etablierten "Tratschtanten" Burgl und Kreszenz zogen sich beim Eierverkauf wieder gegenseitig über den Tisch und tauschten die neuesten Neuigkeiten der Gegend aus.

Feiern und Theater - Bald danach kam der Senioren-Wanderverein von Neustadtl zu Besuch nach Kleinwolfstein. Und auch bei ÄLWIN (Älterwerden in Neustadtl) wurde von der Gemeinschaft ein Nachmittag mit Andacht und abschließendem Kurztheater gestaltet. Wie gut, dass die Gemeinde eine so informative Homepage besitzt. So kann sich Elli immer über die aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden halten und diese dann wieder in Theaterform präsentieren... :)

Pfadfinderfahrten - Die Pfingstfahrt mit erwachsenen Pfadfinderinnen und Gruppenleiterinnen führte dieses Jahr auf den Spuren Jesu durchs Heilige Land: von Nazareth zum See Genesareth, von Tiberias ins Westjordanland und von dort durch die Berge und Schluchten der Westbank nach Jericho. Durch das berühmte Vadi Kelt ging es dann in die Judäische Wüste bis nach Mar Saba und anschließend nach Betlehem. Es war etwas ganz Besonderes die Wege zu beschreiten, die 2000 Jahre vor unserer Gruppe Jesus mit seinen Jüngern genommen hatte. Wir besuchten christliche Dörfer, unterhielten uns bis in die Mitternachtsstunden mit palästinensischen (!) katholischen Priestern, übernachteten in Zeltverschlägen von Beduinen und fanden Zuflucht im Kiosk eines arabischen Straßenverkäufers... So erlebten wir eine Pfingstfahrt geführt vom Heiligen Geist und mit Erlebnissen, die zum Weitererzählen verpflichten! (s. eigener Bericht)

Fest Maria Heimsuchung, 2. Juli - Ein ganz besonders schönes und erfreuliches Ereignis durfte die Gemeinschaft am 2. Juli feiern: Alexandra legte in Anwesenheit von Pater Anton Bentlage, damaliger General der SJM und von Bischof Klaus für diese Feier beauftragt, ihre Ewigen Gelübde ab. Somit gibt es nun wieder ein festes Mitglied mehr! Oremus pro Alexandra!

Eurojam im August - Gummistiefel waren das praktischste Utensil auf dem großen internationalen Sommerlager der Pfadfinder in Frankreich. Es war etwas ganz besonderes: Alle zehn Jahre treffen sich Pfadfinder des europäischen Verbandes zu einem großen Begegnungslager, dem Eurojam. Treffpunkt war dieses Mal die Normandie: 12.500 Pfadfinder mit dem gleichen pfadfinderischen Geist, tonnenweise Lebensmittel, kilometerlange Wasserleitungen durch hektargroße Flächen Waldgebiet. Leider konnte sich die Sonne durch die Wolkendecke nur selten durchkämpfen. Doch im 8. Pfadfindergesetz ist ja durch eine moralische Devise für derartige Situationen vorgebaut: Der Pfadfinder lacht und singt in Schwierigkeiten! So wurde der Nässe von oben und unten einfach durch Gummistiefel und Regenjacke vorgebeugt...

Russlandfahrt in den Ural - Mitte August sollte es dann auf Großfahrt gehen! Elisabeth, Lisi und Judith verabschiedeten sich für drei Wochen nach Russland. Mit der transsibirischen Eisenbahn zwei Tage von Moskau bis nach Asien, dann 7 Tage zu Fuß zurück durch die Wildnis des Urals und dann mit dem Floß stromabwärts zurück in die Zivilisation! Es folgte anschließend noch ein mehrtägiger Aufenthalt in Beresniki, der östlichsten Missionsstation Europas, in der Pfarrer Fink ein beeindruckendes Werk aufgebaut hat.

Ferienprogramm Kleinwolfstein - Währenddessen war es aber auch in Kleinwolfstein nicht ruhig geworden. Im Gegenteil, Kinder von 6 bis 14 Jahren aus Blindenmarkt, St. Georgen, Neustadtl und St. Martin trafen sich zu den "Olympischen Sommerspielen" besonderer Art am Hof: Es galt, sich in verschiedenen olympischen Disziplinen zu messen und am Ende schließlich eine Medaille zu gewinnen. Obwohl das Wetter nicht grade nach "Sommerspielen" aussah, waren es doch zwei richtig schöne Nachmittage inklusive abendlichem Grillen am Lagerfeuer. Martina machte derweil mit den österreichischen Wölflingsmädchen das benachbarte "Bachtal" in der Öhlsitzmühle unsicher. Zelten, Lagerfeuer, lustige Spiele, Kochwettstreit... für jedes Mädchen war etwas dabei.
Der Altbau standen natürlich auch wieder vielen Familien und Freunden zur Verfügung: nie war das Haus leer, im Gegenteil: manchmal sogar übervoll! Und manche der jungen Gäste wären am liebsten gleich für immer eingezogen, was nicht gleich unbedingt an einer schon erkannten Berufung zur Nachfolge im Ordensleben, als vielmehr an den drei kleinen Mitbewohnern aus der Familie der Raubkatzen lag...

AD-Tour im September - Mittlerweile schon in alter Tradition geht die Gemeinschaft zum Abschluss der Ferienzeit noch ein Wochenende gemeinsam auf Fahrt: immer dorthin wo die Sonne scheint! Es heißt ja: die Gnade baut auf die Natur auf! Das letzte Ferienwochenende war in Österreich und Bayern völlig verregnet. Also was tun? Naja, der Wetterbericht macht´s möglich genau eine Region zu finden, in der die Sonne die Oberhand behält: es traf den Monte Baldo-Höhenzug am Gardasee. Abseits der Bergbahnstation wird es ganz schnell einsam und mit vollem Gepäck gings zum Gipfel C.ma delle Pozzette auf. Von dort wurd´s eine kleine Kraxelei bis zum vereinbarten Treffpunkt mit P. Paul am Sattel nahe der C.ma Valdritta. Doch war weit und breit von der eingezeichneten Quelle keine Spur, nur ca. 500 Höhenmeter tiefer gelegen ein großes Schneefeld zu sehen! Dort wartete kurz vor Einbruch der Dunkelheit schon die nächste Herausforderung: am Schneefeld nur Geröllfelder mit großen Gesteinsbrocken, der nächste Grasflecken nochmals 50 Höhenmeter tiefer durch Latschengestrüpp, dort aber kein Schnee mehr... Einen Abfluss vom Schneefeld gab es auch nicht. So blieb nur eine Möglichkeit: Feuerstelle am Schneefeld anlegen, Feuerholz suchen, Feuermachen, Schneegraben, Schneeschmelzen, Kochen und wieder Schneeschmelzen für Trink- und Waschwasser... Zwischendrin begann es dann noch zu tröpfeln. Gut, dass jeder - inklusive Kurat - so einiges an Fahrtenleben gewöhnt ist. Wie am Schnürchen lief´s, jede tat ihren Handgriff und die Laune ließ man sich durch nichts verderben... Und auch nicht den Magen: Am nächsten Morgen war das Erstaunen groß, als zwischen Tee und Schmelzwasser rein äußerlich kein Unterschied zu erkennen war...