"Kommt, folgt mir nach und ich werde euch zu Menschenfischern machen."

Mk 1,17

Unsere Berufung -
eine freie Entscheidung

Das Thema zölibatäres Leben stößt aktuell in vielen Kreisen auf ziemliches Unverständnis, bis hin zur Folgerung, dass der Zölibat den Missbrauchsskandal unter Klerikern mit bedingt habe. Interessanterweise bezieht man sich dabei vorranging auf den Zölibat im Zusammenhang mit dem Priestertum. Irgendwie scheint es vielen Menschen gar nicht vorstellbar zu sein, dass es eine freie Entscheidung für die Ehelosigkeit auch unabhängig vom Priestertum geben kann!
Als Frauen im gottgeweihten Stand hätten wir natürlich auch den Weg der Ehe wählen und uns auf diese Weise fürs Reich Gottes einsetzen können. Und doch folgten wir dem Ruf Gottes zur besonderen Nachfolge in der Ehelosigkeit um des Himmelsreiches willen. Warum?

Gebet als Nähe zu Gott
Berufung ist immer erste Wahl. Berufung ist nie zweite Wahl im Sinne von "wer keinen Mann findet, geht in´s Kloster"... Berufung ist unsere aktive Antwort auf den stillen liebevollen Ruf Gottes im Herzen: Komm zu mir!
Die Vertrautheit mit dem Herrn ist wohl die Voraussetzung für das Verständnis des Wesens der Berufung. Jemand, der Gott im Herzen nicht sprechen und hören gelernt hat, der wird sich schwertun, die besondere Nähe zwischen Gott und der Seele zu verstehen.

Aus diesem Grund ist es auf der Suche nach dem eigenen (Beruf/-ungs-) Weg so wichtig, die enge Beziehung zu Gott zu vertiefen, ins Gebet zu gehen, Exerzitien zu machen.
Eigentlich ganz logisch und vergleichbar mit der Freundschaft zwischen Menschen: Nur wenn ich meine Beziehung zu Gott pflege, komme ich ihm näher, werde ich mit ihm vertrauter. Und je vertrauter, desto eher vernehme ich die Anregungen des Heiligen Geistes in meiner Seele und beginne so, SEINEN Plan für mein Leben zu verstehen.
Manchmal schenkt Gott rasch Klarheit, manchmal führt er durch kleine Schritte, durch innere Sicherheiten, durch Freude, Friede und Ruhe im Herzen. Möglicherweise ist das konkrete Ziel noch nicht in Sicht, aber der nächste Schritt ist vielleicht schon möglich...

Ein Zweites: Gespräch & Begleitung
Sprich! Sprich über deine Gedanken und Überlegungen... Dabei wird einem selbst klarer, wo man gerade steht und wohin man gehen möchte. Man kann die nächsten Schritte besprechen und sich dann wieder darüber austauschen.
Der Wert des Austausches und der geistlichen Begleitung ist nicht nur in Phasen der Entscheidung eine wertvolle Hilfe, sondern für jeden, der im geistlichen Leben (= Leben in Beziehung mit Gott) tiefer gehen möchte...
Probier´s!