Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.


Num 6,24-26

Jahreswechsel auf der Pfarreralm:
"be-dacht" ins Neue Jahr

Alle Jahre wieder macht sich eine Gruppe von ca. dreißig jungen Frauen auf den Weg zur Pfarreralm, nahe dem berühmten Grünen See von Tragöß und wunderschön gelegen auf einer Lichtung, umgeben von den Steilwänden des Hochschwabs.

Wozu? Gründe dafür gibt es viele: ... um die Wintertage nach Weihnachten ausklingen und das Neue Jahr "be-dacht" beginnen zu lassen! ... um die winterliche Hüttenatmosphäre in Gemeinschaft Gleichgesinnter zu genießen! ... um neue Leute kennen zu lernen! ... um durch die gefeierte Liturgie und das gemeinsame Gebetsleben gestärkt ins Neue Jahr zu gehen! ... um in gemütlichen Kaffee-Katechesen Fragen stellen zu können und neue Zusammenhänge unseres Glaubens zu verstehen! ... um die winterliche Landschaft in Schneeschuh-, Schlitten- und Skitouren zu erobern! Und und und...

In diesem Jahr gab es noch eine besondere Aktion: Eine kleine Gruppe machte sich mit Rucksack und Zelt, bepackt mit Bündeln voller Feuerholz und Schneeschaufeln auf den Weg Richtung Sonnschien-Plateau. Aktion Abenteuer war angesagt. Und das Abenteuer ließ nicht lange auf sich warten: Zuerst mussten die Schneemassen beseitigt werden, um an einer Stelle festen Grund für das Feuer in der Kohte zu finden. Der Rest des Zeltes wurde mit Tannenreisig ausgelegt und dann konnte unter dem schwarzen Kohtendach mit weißer Schneewand die gemütlich-verrauchte Erzählrunde ums Feuer beginnen... Diverse Abenteuergeschichten machten die Runde, bis nicht nur die Feuchtigkeit aufgrund des Schmelzwassers rund ums Feuer, sondern ein deutlicher Wetterumschwung ins Temperaturplus mit Niederschlag und Sturmböen einen geordneten Weiterzug notwendig machte. Bei strömenden Regen und Sturmwind hoch zur Sonnschien-Hütte: Der Aufstieg und die darauf folgende Sturmnacht bleiben sicher allen in Erinnerung!

Das Hüttenleben bringt eine gewisse entspannte Gemütlichkeit mit sich und so wurde in den Tagen rund um den Jahreswechsel viel musiziert, gemalt, geschrieben, gelesen und sich ausgetauscht. Tägliche Katechesen, Buchvorstellungen, Workshops und andere fortbildende Beiträge der Teilnehmer bereichern das Programm. Besonders geschätzt wird dabei die Stille Stunde, zu der sich jeder bei Kerzenlicht in einen Winkel der Hütte zurückziehen kann.

Höhepunkt der gemeinsamen Zeit ist dann der Sylvesterabend: Zum mehrgängigen Festtagsmenü gibt es eine kurze Rede zum Rückblick auf das vergangene Jahr, musikalische Einlagen und auch heuer wieder ein tiefgründiges Theater, bei dem die Spieler auf der Bühne auch Zuschauer miteinbeziehen und diese plötzlich zum Mitspieler der Handlung werden lassen. Faszinierend.

Die letzte Stunde des Jahres wird dann in Stille verbracht und sie mündet in das große Te Deum direkt auf Mitternacht hin. Glockenläutend beginnt die Hl. Messe...

Die Tage auf der Pfarreralm waren wieder Tage voller Tiefe, voller Gnade und ließen eine Gemeinschaft erleben, die nur in Christus so erfüllt sein kann. Dem Himmel sei gedankt. Am Neujahrstag starteten dann alle wieder in ganz unterschiedliche Richtungen Österreichs und Deutschlands, ihrem Alltag entgegen. Die Gedanken von Bischof Klaus Hemmerle zum Geschenk der vier Schlüssel können dafür ein Auftrag sein ...

Einen Schlüssel für die Hintertür -
der Herr kommt,
wo und wann wir es nicht vermuten.
Er kommt in denen,
die sich nicht an das große Tor getrauen.


Einen Schlüssel für die Tür nach innen -
der Herr ist inwendiger als unser Innerstes.
Von dort betritt er das Haus des Lebens.


Einen Schlüssel für die Verbindungstür -
die zu tapezierte, zugemauerte nach nebenan -
im Allernächsten, welcher der Allerfremdeste ist,
klopft der Herr bei uns an.


Einen Schlüssel für die Haustür, für das Portal -
dort hat man Jesus mit Maria und Josef abgewiesen.
Wir wollen uns nicht genieren, ihn öffentlich
einzulassen in unser Leben, in unsere Welt.