"Preiset, alle Winde, den Herrn, lobt und erhöht ihn in Ewigkeit. Preiset, Eis und Kälte, den Herrn, lobt und erhöht ihn in Ewigkeit."

Dan3,65.67

Das Leben kann nur gelingen, wenn wir den Mut zum Abenteuer haben! – Winterlager im Tiefschnee 2018

"Das Leben kann nur gelingen, wenn wir den Mut zum Abenteuer haben!" Dieses Zitat von Papst Benedikt war eine passende Überschrift für die Wintertage in der Steiermark. Zusammen mit insgesamt ca. 30 jungen Frauen war die Pfarreralm bei Tragöß wieder der Treffpunkt, um die letzten Tage des Jahres nach Weihnachten gemütlich ausklingen zu lassen und be-dacht ins Neue Jahr zu starten. Neben Katechese, Hl. Messe und Zeit für sich & Gott, kamen auch Schneeschuhwanderungen durch die winterlichen Berge nicht zu kurz. Für diejenigen, die lieber die winterliche Hüttenatmosphäre genießen wollten, gab es interessante Workshops als Alternativprogramm.

Spezialtour
Eine zweite Gruppe startete währenddessen zum ersten Mal von der Kirchenburg Eisenerz aus, um sich von dort auf den Weg zur Pfarreralm zu begeben: Nach einem ersten Erkunden der eindrucksvollen Burg, stand der Bau einiger Teelicht-Öfen auf dem Programm, um der Eiseskälte im Burgturm Einhalt zu gebieten; was tatsächlich funktionierte!
Aufgrund zu hoher Lawinengefahr wurde der ursprüngliche Plan geändert: statt den direkten Weg zur Alm zu nehmen und dabei einen Berg durch einen Höhlengang zu DURCHqueren, entschied man sich für die ÜBERquerung des Sonnschienplateaus am Hochschwab.

Die persönliche Wettervorhersage des Hüttenwirts: "Aufstieg möglich, oben windgepresst und eisig". Doch: "Das Leben kann nur gelingen, wenn wir den Mut zum Abenteuer haben!", sagt Papst Benedikt XVI. Die Gruppe machte sich also an den Aufstieg, wärmte sich unterwegs am schnell entfachten Lagerfeuer, um sich für den oben am Plateau wartenden eisigen Wind zu wappnen. Auch etliche entgegenkommende Skifahrer schlossen sich kurzerhand der Feuerrunde an. Am Grat angekommen wurde es dann tatsächlich ziemlich "frisch". Doch die Anstrengungen wurden mit heißem Tee und einer warmen Stube in der Häuslalm, in der der Tag gemütlich ausklang, belohnt.

Am 30.12. bekam die Gruppe nun endgültig zu spüren, was die Beschreibung "windgepresst" bedeutet. Teils bis auf die Augen eingehüllt kämpfte man sich voran Richtung Sonnschien- und Pfarreralm, während der eisige Wind den Schnee, der sich eher wie Eisregen anfühlte, ins Gesicht peitschte und jede versuchte, nicht vom Wind verweht zu werden. Es gelang.

Jahreswechsel
31.12.: Endlich war es soweit und zahlreiche Wunderkerzen läuteten den Silvesterabend in der feierlich geschmückten Pfarreralm ein. Bis zur stillen Stunde kurz vor Mitternacht, in der jede noch einmal Zeit hatte, sich Vorsätze für das nächste Jahr zu fassen, erfüllten neben dem Duft des schmackhaften Buffets, Gitarrenklänge, Gesang und perfekt inszenierte Kurztheater die Hütte. Nachdem das neue Jahr mit einer feierlichen Mitternachtsmesse begonnen worden war, führte eine Fackelwanderung hinaus in die weiße Nacht:

"Ich sagte zu dem Engel, der das alte mit dem neuen Jahr verband: "Gib mir dein Licht, damit ich festen Schrittes in die Ungewissheit des neuen Jahres schreiten kann." Aber er antwortete mir: "Geh hinein in die Ungewissheit und lege deine Hand in Gottes Hand; das ist mehr wert als ein Licht und sicherer, als den Weg zu wissen." (Leitwort eines Christen in China)

Der ein oder andere Schneeball war gefallen und das Alternativfeuerwerk gezündet, so ging es nach der Abendrunde in die Schlafsäcke, ehe man sich am nächsten Morgen auch schon wieder von der Steiermark verabschieden musste, um sich zurück auf den Weg in die Heimat zu machen.


Gebet zum Jahresbeginn:

Mein Vater, ich überlasse mich dir.
Mach mit mir, was du willst.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In deine Hände lege ich meine Seele;
ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe,
und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben,
mich in deine Hände zu legen, ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen!
Denn du bist mein Vater. Amen.

Aus: "Mit einem weiten Herzen. Betend leben lernen", Henri Nouwen, 2014, Herder Verlag