Darum geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Mt 28,19

Tauffeier im Institut St. Justinus:
Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes...

In den letzten Monaten war es eine große Freude, die Taufe einer Familie aus Aserbaidschan mit vorbereiten und mitfeiern zu können. Zwei Mitglieder unserer Gemeinschaft begleiten durch ihre Tätigkeit im Werk der Neuevangelisierung St. Justinus Menschen in ihrem Wunsch, Christen zu werden. Besonders diese Familie ist uns allen dabei ans Herz gewachsen. Nach einer langen Zeit der Vorbereitung im Katechumenat, war es vor einigen Wochen nun so weit: Kinder und Eltern durften in Heiligenkreuz die Hl. Taufe empfangen!
Im Institut St. Justinus liegt dazu die Hürde hoch: P. Herget und P. Lainer fordern für Taufbewerber den dreistufigen Schritt des Katechumenats, den die Kirche für Erwachsene auf ihrem Weg zum Christentum vorgesehen hat. Es geht dabei natürlich nicht nur um die Vermittlung von Glaubenswissen, sondern im Besonderen auch um das Kennenlernen und Hineinwachsen in das geistige Leben, in ein Leben aus dem christlichen Glauben. Das Katechumenat dauert mindestens ein Jahr, so dass dabei das Kirchenjahr mit der Feier der Glaubensgeheimnisse miterlebt werden kann.

Die drei Stufen des Katechumenats
Die Übergänge von einer Stufe zur anderen werden jeweils liturgisch gefeiert. Im Vorkatechumenat werden die Beweggründe und Motive der Taufbewerber geklärt und ihre bisherige Glaubensgeschichte, die zur Bitte um die Taufe geführt hatte, in den Blick genommen. Mit der ersten Stufe werden die Bewerber dann feierlich in die katholische Kirche aufgenommen: Ihre Sinne werden mit dem Zeichen des Kreuzes gesegnet und sie erhalten feierlich das Evangelium überreicht.
Als zweite Stufe leitet die liturgische "Feier der Zulassung zur Taufe" die letzte Wegstrecke zu den Sakramenten des Christwerdens ein: Bei dieser Feier wählen die Taufbewerber einen christlichen Namen und damit einen Heiligen als Vorbild und Fürsprecher im Himmel. Hinzu kommt der sog. Efata-Ritus: Öffne dich! Dieser Ritus betont in einem besonderen Zeichen die Gnade, die Sinne für das Wort Gottes zu öffnen und es zu bekennen. Die Zeit bis zur Taufe beträgt dann noch sechs Wochen und ist die unmittelbare, letzte Vorbereitung.
Ziel und Höhepunkt des Katechumenats ist schließlich die dritte Stufe: der Empfang der Hl. Taufe, der Hl. Firmung und der Hl. Eucharistie. In der Tauffeier stehen die Neugetauften nun am Beginn ihres Lebensweges als Christen und benötigen besonders die Gemeinschaft der Gläubigen sowie Halt bei Gleichgesinnten und suchen Wegbegleiter im Glauben.

Über die Altarstufen gepurzelt
Ende Januar waren nun die Taufpaten, Freunde und Begleiter der Familie B. zur großen Feier eingeladen: Die drei Kinder im Alter von 2 bis 8 Jahren empfingen die Kindertaufe und ihre Eltern die Sakramente Taufe, Firmung und Eucharistie. Anschließend wurde ihre Ehe gesegnet. Man kann sich vorstellen, dass es tief ins Herz rührt, wenn man beobachten darf, mit welcher großen inneren Freude eine Familie, die sich so lange und ernsthaft auf diesen Tag vorbereitet hat, nun ihre Seelen für Jesus öffnet.
Die Liturgiefeier mit ihren 2,5 Stunden war für alle Mitfeiernden viel zu schnell vorüber und es entlockte den Erwachsenen ein verständnisvolles Schmunzeln, wenn die Kinder zum Schluss am Ende ihrer Kräfte über die Altarstufen purzelten: Lasst die Kinder zu mir kommen! Dankenswerterweise konnten wir für die Eltern und Kinder jeweils sehr engagierte Taufpaten aus der Gegend gewinnen, die sich bereit erklärten, die Familie nun weiter zu begleiten und zu unterstützen. Ein offenes Ohr und Herz schenken, sowie lebendiges Glaubensvorbild sein, ist das, was eine junge christlich-gewordene Familie nun ganz notwendig brauchen kann... Vergelt´s Gott an alle, die ihre Unterstützung zugesagt haben!

Leben aus dem Glauben
Das Mitfeiern einer Taufe von Erwachsenen stellt uns selbst auch immer wieder vor die Frage: Was macht denn das Eigentliche unseres christlichen Lebens aus? Ja, was ist der Kern unseres Lebens als Christen? Eine mögliche Antwort lautet: Es ist das sich Geborgenwissen in der Hand des Vaters, der mit liebendem Blick uns in die Welt sendet, um unseren ganz persönlichen Aufgaben in SEINEM Geiste nachzugehen und so SEINE Liebe anderen Menschen erlebbar zu machen. Vertrauen - Sendung und Liebe. Manchmal verliert man allerdings mit dem persönlichen Anspruch, alles regeln, ordnen und organisieren zu wollen, im Geschäft des Alltags aus den Augen, was es bedeutet, sich Gottes Sorge um uns bewusst zu sein und ganz im Vertrauen auf IHN zu leben. Gott geht es nicht um Leistung, sondern um Beziehung.