Gebenedeit bist du unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!

Lukas 1,42

Eine Madonna für den Innenhof - Segnung der Marienstatue

Lange erwartet und nun endlich ist sie da! Vielleicht hatte sich bislang schon so mancher Gast beim Besuch des Innenhofes in Kleinwolfstein die Frage gestellt, welche Bedeutung denn nun den Steinstufen und dem leeren Sockel im Zentrum des Hofvierecks zukomme. Seit dem 7. Oktober 2017 ist die Antwort offensichtlich: Die Gemeinschaft hatte von Anfang an geplant, dass dort eine Statue der Muttergottes ihren Ehrenplatz erhalten solle.

Nun - nach gut 5 Jahren hat sie tatsächlich den Weg nach Kleinwolfstein gefunden: eine wunderschöne Madonna mit Jesuskind.

Zur Segnung der Statue waren dann auch viele Freunde und Bekannte gekommen, um die Muttergottes am Tag des Rosenkranzfestes und zugleich am Siebten des Monatas (Tag des Neustadtler Friedensgebetes) willkommen zu heißen.

Hw. Herr Brunthaler feierte die Heilige Messe und stand der Segnungszeremonie im Innenhof vor, die vom Kirchenchor aus dem Yspertal unter Karl Kummer im Kerzen- und Fackelschein mit volkstümlichen Marienliedern verschönert wurde. Besonders die Beter der Neustadtler Friedensgruppe trugen dazu bei, dass sich der gesamte Innenhof gut füllte.

Während des anschließenden gemütlichen Beisammenseins im Foyer überreichten Pius Frank - Metallkünstler und der Gründer der Friedensgebet-Initiative - und Andreas Wirth als Obmann der Neustadtler Friedensgruppe der Gemeinschaft Ancillae Domini einen Friedenbaum. Sie verliehen damit ihrer Freude darüber Ausdruck, dass Kleinwolfstein 28 seit Gründung der örtlichen Friedensgruppe zu einem gut und gern besuchten Ort des Friedensgebetes geworden ist. Herzlich Vergelt´s Gott!

Die treffende Predigt von DDr. Fr. Brunthaler soll dem Leser natürlich auch nicht vorenthalten werden. Hier im Wortlaut:

Da steht sie also, die neue Marienstatue, die darauf wartet, gleich nach der Messe gesegnet zu werden. Gleichzeitig soll dieser Segen uns zum Segen werden, allen zum Segen werden: Allen, die vorübergehen und sie sehen, die Maria in ihr grüßen, die zu Maria beten! Allen, die im Hause wohnen oder, kürzer oder länger, hier zu Gast sind. Aber das ist nicht das Wichtige! Dass wir, wie gewohnheitsmäßig, auf sie schauen und sie vielleicht gleichzeitig auch übersehen. Dass wir, wie üblich, beten, vor allem den Rosenkranz beten, aber vielleicht, eben, wie üblich, ihn irgendwie herunterbeten. Nein! Die heutige Anrufung - Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz - lädt uns ein, unsere Andacht, das heißt: Unsere persönliche Beziehung, unsere persönliche Liebe zu Maria zu überdenken! Etwas, das ich vom Gründer des Opus Dei, dem hl. Josefmaria Escrivá, einem großem Marienverehrer, gelernt habe, der sagte: "Suche deine persönliche Erfahrung mit ihrer mütterlichen Liebe, denn sie ist deine Mutter. Sie liebt dich, als ob du ihr einziges Kind auf der Welt wärest. Erzähle ihr alles, was dich bewegt; verehre sie, liebe sie. Keiner kann es für dich tun, und keiner kann es besser für dich tun als du selbst." Ich denke, dass wir hier das schon tun, jeder auf seine Art und Weise, vielleicht mit Stoßgebeten, vielleicht mit dieser oder jener Andacht, vor allem aber im und durch das Rosenkranzgebet. Dieses Gebet hat nicht nur den Segen vieler Heiliger und vieler Päpste; zum Beispiel sagte der hl. Johannes Paul II.: "Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet"; oder Papst Franziskus: "Etwas, was mich jeden Tag stark macht, ist das Rosenkranzgebet." Es hat auch die Bedeutung einer Waffe, die früher mit Innigkeit und Nachdruck eingesetzt wurde und in der Seeschlacht bei Lepanto zum Sieg geführt hat. Damals ging es um den irdischen Kampf. Heute geht es um Frieden: Wir beten mit dem Rosenkranz, wie Johannes Paul II. in seinem Schreiben "Rosarium Virginis Mariae" aus dem Jahre 2002 betont, vor allem auch um Frieden: Frieden, den die Welt so notwendig hat und den sie sich selbst nicht geben kann. Der Friede draußen, in der Welt, hat nämlich seine Grundlage im Frieden im Inneren des Menschen.
Der Rosenkranz. Man kann sich denken: Wie viele Gegrüßet-seist-du-Maria wurden im Laufe der Jahrhunderte schon gebetet! Und man selbst: Wie viele Gegrüßet-seist-du-Maria habe ich in meinem Leben schon gebetet! So viel Verehrung! So viel Gebet! Und dennoch kann man sich auch fragen: Bin ich dadurch Maria näher gekommen? Bin ich in der Liebe zu ihr, im Eifer, sie anzurufen, im Wagnis, sie nachzuahmen, innerlich gewachsen? So viele Gegrüßet-seist-du-Maria! Ja, sicher, keines darf fehlen, alle sind sie notwendig gewesen, damit ich beten lernte, damit ich gut beten lernte und jetzt weiter bete. Aber passiert uns allen nicht manches Mal, dass wir beim Rosenkranz-Beten in den Gedanken woanders sind? Vielleicht beten wir beim Spazieren, aber die Gedanken gehen auch spazieren. Die Perlen gleiten durch die Finger, und die Aufmerksamkeit gleitet ab. Wo war ich denn schon bloß? Was, schon das vierte Geheimnis? Sicher ist es für Maria, unserer Mutter, kein Problem, wenn wir mal zerstreut sind, denn wir sind ihre kleinen Kinder, die sich eben immer nicht so ganz konzentrieren können. Und es geht ja beim Rosenkranz nicht darum, dass ich jedes Wort, jede Silbe ganz genau vor Augen habe. Aber es ist auch eine Frage der Liebe! Wenn es heißt, und wenn das mal auch unser eigener Gedanke war: Na ja, immer dasselbe, das ist ja wenig kreativ! Dann ist die Antwort: Die Liebenden sagen sich auch immer wieder dasselbe, und sie werden nicht müde darin. Man kann durchaus kreativ sein. Mir etwa hilft es, mir vorzustellen, ich bete den Rosenkranz in einer bestimmten Marienkirche bzw. vor einem bekannten Marienbild: Etwa in Mariazell, in Lourdes oder in Guadalupe. Und schließlich erleichtert die Wiederholung der Ave-Maria, das jeweilige Geheimnis zu betrachten. Denn der Rosenkranz ist ja letztendlich ein Gebet, das kontemplativ ist und zur Kontemplation führen soll: In den Geheimnissen haben wir das Leben Jesu vor Augen - es ist ein Christus-Gebet.

Deshalb sagt Papst Johannes Paul II. im vorher genannten Schreiben: "Mit dem Rosenkranz geht das christliche Volk in die Schule Mariens, um sich in die Betrachtung der Schönheit des Antlitzes Christi und in die Erfahrung der Tiefe seiner Liebe einführen zu lassen." So kommen wir einerseits zum Frieden: Die ruhige Abfolge der Gebete, die Betrachtung führt zur inneren Ruhe, zum Frieden in den Gedanken und in der Seele. Und wir schauen auf ihn, der - nach den Worten des Epheserbriefes - unser Friede ist. Denn Jesus ist die Mitte, er ist das Alpha und das Omega, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Im Rosenkranz lernen wir mit Maria die Geheimnisse Christi, wir lernen gleichsam Christus selbst. In der Schule Mariens dringen wir in diese Geheimnisse ein, um seine Botschaft mehr zu verstehen. So werden wir Christus ähnlich: Wir sind immer mehr imstande, so zu denken wie er; unser Leben, die Welt und die Mitmenschen zu sehen, und zu handeln, wie er es getan hat. Und anderseits ist das der Weg der Nachfolge, den wir so mit Maria, an ihrer Seite, mit ihrer Hilfe gehen lernen und den wir im heutigen Evangelium in ihren Worten erkennen: "Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast." Dann kommen wir vom allgemeinen "Dein Wille geschehe" des Vater unser zum persönlichen: "Ich will es machen wie deine Mutter: Deinen Willen für mein Leben annehmen, mich selbst dir ganz hingeben." Aber wir sind noch nicht so weit. Deshalb brauchen wir den Rosenkranz: Hier wieder als Waffe in der Bemühung im inneren Kampf, der ein geistlicher Kampf ist und für diese unbedingte Nachfolge nötig ist: Kampf gegen das alles überwuchernde Ich, den Egoismus, gegen Stolz, Sinnlichkeit und Genusssucht. Maria hilft uns dabei: Sie nimmt alle Andacht, alle Hinwendung nicht für sich, sondern leitet sie zu ihrem Sohn weiter. Wer sie im Rosenkranz sucht, der findet Christus. Wer sie verehrt, dem verschafft sie reiche Gnade, ihrem Sohn nachzufolgen. Das möge sie auch uns erlangen. Amen.