Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Joh 10,10

Kleinwolfstein aktuell

Zwischen 19. März und 1. Mai... wir arbeiten immer mit dem Heiligen Josef und feiern ihn an jedem seiner Feste ganz besonders. Der Heilige Josef ist unser verlässlichster und vielseitigster Mitarbeiter: vom Finanzminister bis hin zum Helfer- und Wetter-Management hat er alle Aufgaben fest im Griff und überrascht uns immer wieder mit der Passgenauigkeit seiner Lösungen.

In den vergangenen Wochen wurde so mit seiner Hilfe und der Untersützung vieler Freunde und Nachbarn die Holzhütte genau nach ihrer ehemaligen Form rekonstruiert und wieder aufgebaut. Auch andere Herausforderungen entwickelten sich - Gott sei Dank - zum Guten.

Deo gratias
In Kleinwolfstein machten wir im vergangenen halben Jahr eine für uns ganz neue Erfahrung: Das Wasser wurde knapp! Aufgrund des trockenen Sommers 2015 und der ausgebliebenen Niederschläge im Herbst und Winter sank in der Umgebung der Grundwasserspiegel und das Wasser in den Brunnen wurde knapper und knapper... Wir sind dem Himmel dankbar, dass wir doch immer wieder ohne zusätzliches Wasser der Feuerwehr auskamen.

Wasser wird knapp - der Grundwasserspiegel sinkt - das Leben schränkt sich ein.... Ist dies nicht übertragbar in unser geistiges Leben? Unser Gebet wird knapp - die Verbundenheit mit Gott geht zurück und unser Seelenleben wird karg, trocken, leer? Ja, es hilft, diese Vergleiche zu ziehen. Es verdeutlicht für uns die Regungen im geistigen Leben, wenn wir immer wieder versuchen, im Alltäglich-Konkreten die Botschaft Gottes an unsere Seele zu lesen. So ist möglicherweise auch das Austrocknen unserer Brunnen ein Sinnbild für die Gefahr der Trockenheit unserer Seele. Die ausklingende Fastenzeit und die bevorstehende Karwoche lassen uns wieder auf den Quell des Lebens blicken, um reich aus ihm zu schöpfen!

Der Mann, der Wälder pflanzte - Eine wahre Geschichte
Dazu zeigt eine schöne Geschichte aus Südfrankreich, wie wertvoll die richtige Antwort eines Einzelnen auf eine Dürre im Leben oder in der Welt sein kann:

Im Süden Frankreichs lebte ein Mann, wohl über die 50, dessen Familie gestorben war. Wofür sollte er noch leben? Er verlässt seinen Bauernhof in der fruchtbaren Ebene und zieht sich in die Einsamkeit zurück. Hier lebt er mit seinen 50 Schafen und einem Hund. Die wasserlose Gegend der Cevennen am Südrand der Alpen gleicht einer Steppe. Das nächste Dorf ist mehr als eine Tagesreise entfernt. Vier oder fünf halbverlassene Dörfer mit zerfallenen Häusern gibt es in dieser trostlosen Gegend. Die letzten Bewohner sind Köhler mit ihren Familien. Wer kann, zieht weg.

Der alte Mann erkennt, dass diese Landschaft gänzlich absterben wird, wenn hier keine Bäume wachsen. So fasst er einen Entschluss: Er sammelt Eicheln. Mit großer Sorgfalt prüft er die Samen, scheidet die kleinen und die mit leichten Rissen aus. Jeden Tag zieht er dann mit seinen Schafen, mit hundert kräftigen Eicheln und einer Eisenstange los. An einer geeigneten Stelle beginnt er, mit der Stange ein Loch zu graben, legt eine Eichel hinein und drückt es mit Erde zu. So pflanzt er Eichen - Tag für Tag, Woche für Woche. In drei Jahren sind es schon ca. 100.000 und er hofft, dass in der Kargheit 10.000 davon durchkommen werden. Mit Überzeugung und Ausdauer arbeitet er weiter. Die Veränderung geht so langsam vor sich, dass das Werk dieses Menschen unbeachtet bleibt - eine Laune der Natur, denken Jäger und Förster. Zwischen 1910 und 1945 pflanzt Elzeard Bouffier, so heißt der einsame Schäfer, hunderttausende Eichen, später Buchen, Ahorne, Birken, Erlen und Ebereschen. Als er im Alter von 89 Jahren stirbt, hat er einen der schönsten Wälder Frankreichs geschaffen. Schließlich wird der Wald unter Naturschutz gestellt.

Was noch geschah: Jetzt halten unzählige Wurzeln den Regen fest, saugen Wasser und die ausgetrockneten Bachbette sind wieder voll. Es wachsen Wiesenblumen und Weiden, Insekten und Vögel kehren zurück. Selbst in den Dörfern verändert sich vieles. Ruinen werden weggeräumt, verfallene Mauern abgetragen und neue Häuser gebaut. Junge Familien ziehen ein, Gemüse und Blumen wachsen in den Gärten. Mehrere tausend Menschen leben nun in den Dörfern und niemand weiß, wem dieses Glück zu verdanken ist. Ein einziger Mensch hat genügt, um aus einer Steppe ein Stück "Gelobtes Land" zu schaffen. Viele träumen von einem Ideal und zerbrechen an den äußeren Widerständen, der eigenen Ungeduld oder Verbitterung. Das selbstlose Tun eines alten Mannes wird zum Beispiel für die schöpferische Tat, die den Egoismus überwindet und zum Samen für eine neue Wirklichkeit wird.
Nach Jean Giono