Mein Herr und mein Gott!

Apostel Thomas zu Jesus in Johannes 20,28

Kurznachrichten aus der Gemeinschaft
Viel los in Kleinwolfstein

Die Sommerwochen liegen hinter uns und Arbeit, Schule, Studium und Alltagsgeschäft bestimmen wieder den Rhythmus unseres Tages... So wie jede Familie erlebt es auch die Gemeinschaft: Der Wechsel vom Außergewöhnlichen zum Gewöhnlichen fällt nicht immer leicht. Und doch bewährt sich genau darin unsere Treue. Es kann hilfreich sein, sich schon im Voraus auf diesen Wechsel einzustellen. Beides gehört zum Leben: Die Zeit der Erholung, die Zeit der Freude, die Zeit des Besonderen und dann wieder die Zeiten der Arbeit und des Alltags. Wichtig ist dabei, dass wir uns der unterschiedlichen Einflüsse auf unsere Seele bewusstwerden, sie wahrnehmen und im Licht des Heiligen Geistes richtig einordnen. Aus den Tagen des Außerordentlichen lässt sich auch immer wieder Freude, Schwung und Elan für das Gewohnte mitnehmen. Hier ein kleiner Rückblick auf die Sommermonate 2016:

Im Kontakt mit Gott
Zum besonderen Auftrag der Ancillae Domini gehört ja bekanntermaßen die Pfadfinderarbeit: So waren viele im Sommer wieder mit verschiedensten Gruppen im Lager und auf Fahrt: Pfadfinderinnen in Italien und in Belgien, Raiderinnen in Brandenburg, in den Abruzzen und auf Großfahrt durch Albanien und Mazedonien. Diese Tage und Wochen in der Natur, in guter Gemeinschaft, getragen und geprägt vom Glaubensleben der katholischen Kirche ermöglichen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wieder einen Zugang zur wahren Wirklichkeit. Im Staunen über Landschaften, Kameraden und Erlebnisse ist Gott so nah und lässt wieder neu aufmerksam werden für seine vielen kleinen und großen Gnadengeschenke an uns. Deo gratias!

Aufmerksam sein
Wenn dies während des Unterwegsseins oft leicht fällt, so ist die Aufmerksamkeit tatsächlich auch eine Hilfe im Umgang mit dem Alltäglichen. Die Gemeinschaft der Ancillae Domini pflegt täglich das zweimalige "Examen". Das sog. "Gebet der liebenden Aufmerksamkeit" ist eine Form des betenden Rückblicks, die auf die Gewissenserforschung (examen conscientiae) des Heiligen Ignatius zurückgeht. Er verstand darunter eine Zeit zur Mitte und am Ende des Tages, in der man Rückschau hält auf die vergangenen Stunden: Ganz unter dem liebenden Blick des Vaters geht jeder für sich die Stunden und Aktivitäten durch und wendet den inneren Blick aufmerksam auf all das Gute, das dabei geschenkt wurde. Gleichzeitig empfindet das Herz Reue über seine Sünden und Nachlässigkeiten. All das empfiehlt man dann ganz dem lieben Gott und starten mit seinem Segen in die nächsten Aufgaben... Sich so immer wieder ganz auf den Herrn ausrichten, schafft eine innere Verbundenheit, die dann auch durch die Arbeit und den Alltag trägt. ER ist immer mit dabei.

Gebet der liebenden Aufmerksamkeit / examen conscientiae
- zweimal täglich ein paar Minuten für sich und den lieben Gott

1. Sich der Gegenwart Gottes bewusstwerden
2. und unter SEINEM Blick verweilen
3. Bitte um ehrliche und rechte Erkenntnis der eigenen Seele
4. Aufmerksam den vergangenen Tag durchgehen: Stunde um Stunde...
5. Mit Gott darüber sprechen: Dank für viele aufmerksame Liebesbeweise, Bitte um Verzeihung für Sünde und Schuld
6. Gott alles anvertrauen und einen Vorsatz fassen

Mit einem Vater unser und dem Kreuzzeichen schließen.